Nachfolgeregelung von KMU - Fokus 4

Nachfolgeregelung von KMU - Fokus 4

Nachfolgeoptionen

Im Rahmen der Nachfolgeregelung befassen Sie sich unter anderem auch mit der Frage, an wen Sie Ihr Unternehmen übertragen möchten. Auch wenn die theoretische Auswahl an Nachfolgeoptionen (vgl. Abbildung) relativ breit ist, so ist die Auswahl in der Praxis oftmals sehr eingeschränkt. In der Schweiz ist die familieninterne Unternehmensnachfolge (FBO) die beliebteste und häufigste Variante, gefolgt vom Verkauf ans unternehmensinterne Management (MBO) und Verkauf ans unternehmensexterne Management (MBI). Nachfolgend werden deshalb nur die gängigsten Optionen beschrieben.

 

Abbildung: Nachfolgeoptionen von KMU

 

Sie sollten sich jedoch nicht primär für eine Nachfolgeoption entscheiden, sondern zuerst ein Anforderungsprofil Ihres potenziellen Nachfolgers bzw. Ihrer potenziellen Nachfolgerin formulieren. Sobald Sie wissen, was für eine Person Sie für Ihr Unternehmen brauchen, können Sie schauen, ob ein geeigneter Kandidat oder eine geeignete Kandidatin in Ihrem familiären Umfeld oder in Ihrem Unternehmen vorhanden ist und ob diese Person an einer Übernahme des KMU interessiert ist.

Die perfekte Lösung gibt es jedoch nur selten. Gewisse Kompromisse müssen Sie wahrscheinlich eingehen – sei es bei den Anforderungen an die gesuchte Person oder bei der Preisfindung. Während ein Verkauf an einen Investor oder an unternehmensexternes Management (MBI) oftmals preismaximierend ist, kennen Sie und Ihr/e Verhandlungspartner/in sich noch nicht und die Auswirkungen der neuen Unternehmensführung auf das Personal sind nicht vollständig abschätzbar. Gegenüber Familienmitgliedern (FBO) oder langjährigen Mitarbeitenden (MBO) wird aufgrund der Familienzugehörigkeit bzw. der Loyalität häufig ein Preisnachlass gewährt. Bei diesen beiden Optionen wissen Sie jedoch im Gegenzug, ob die Person zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Philosophie passt. Dies dürfte dazu beitragen, dass Ihnen die Weitergabe Ihres Unternehmens emotional leichter fallen dürfte. Doch Vorsicht – gerade familieninterne Nachfolgeoptionen bergen auch ein gewisses Konfliktpotenzial durch die persönliche Beziehung und die objektive Betrachtung der Eignung des Nachfolgers oder der Nachfolgerin fällt nicht immer einfach. Unternehmensverkäufe ans eigene Management (MBO) hingegen scheitern erfahrungsgemäss häufig an der Finanzierung, weshalb eine gewisse Flexibilität bei den Zahlungsmodalitäten notwendig sein kann.

Entscheiden Sie sich für eine Person, welche die Anforderungen zum Zeitpunkt Ihrer Entscheidung noch nicht erfüllt, ist ein Entwicklungsprozess notwendig. In dieser Aufbauphase können Sie Ihren Nachfolger oder Ihre Nachfolgerin durch sukzessive Befähigung und Kompetenzübergabe Schritt für Schritt an die zukünftige Rolle der Unternehmensführung heranführen. Dies benötigt Zeit, weshalb Sie auch hier frühzeitig damit beginnen sollten.

 
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