Do-it-yourself

Externe Berater vs. Führungskonsequenz

Ein KMU hat zwei autonome Einheiten zusammengelegt mit dem Ziel, Synergien zu schaffen und die Prozesse zu verschlanken. Die Führung der neu geschaffenen Abteilung wurde in der Startphase durch ein Coaching und einen Organisationsentwicklungsprozess unterstützt. Als die erhofften Verbesserungen ausblieben, wurde zusätzlich eine Analyse der Arbeitsabläufe in der Abteilung durchgeführt. Für die drei Projekte hat die Abteilungsleitung jeweils verschiedene externe Berater beigezogen.

Nach Abschluss der intensiven Startphase ist es trotz Einbezug von externen Fachpersonen noch nicht gelungen, den Ressourceneinsatz zu optimieren. Die Mitarbeitenden sind nach wie vor überlastet. Sie äussern im Übrigen den Wunsch, dass dringend Ruhe in der Abteilung einkehren müsse. Keinesfalls sollten noch weitere neue Berater engagiert werden. Man vermisst das Engagement des Abteilungsleiters. Er müsse sich präziser über seine Absichten äussern und diese auch konsequent umsetzen. 

Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wo sehen Sie mögliche Gründe, weshalb trotz externen Beratern keine Verbesserungen erzielt werden können?

Weshalb konnten die Ziele in diesem Fall trotz Beizug von externer Beratung nicht erreicht werden? Dafür kann es verschiedene Gründe geben, beispielsweise eine ungenügende Leistung des externen Beraters, keine gute Zusammenarbeit zwischen Berater und Kunde oder eine schlechte Steuerung des Projektes. Einen Hinweis gibt aber auch die Kritik der Mitarbeitenden am Engagement des Abteilungsleiters. Es ist nicht damit getan, die Richtung der angestrebten Veränderung vorzugeben. Vielmehr müssen sich die Führungspersonen mit der konsequenten Umsetzung auseinandersetzen. Diese macht bis zu 90 Prozent der Gesamtarbeit eines Veränderungsprojektes aus. Der Abteilungsleiter versucht, eigene Führungskonsequenz durch externe Beratung zu ersetzen. Das kann nicht gelingen.

Kann man Führungskonsequenz durch externe Beratung ersetzen?
Wie setzen Sie externe Beratung ein?

Literatur:
Wohlgemuth, A.C. & Gfrörer, R. (2008): Management Consulting. Perspektiven am Puls des Wandels. Zürich. Verlag Neue Zürcher Zeitung. 

Welche Lehren können Sie aus dem beschriebenen Fall ziehen? Übernehmen Sie als Führungsperson die Verantwortung dafür, dass die mit dem externen Berater gemeinsam erarbeiteten Lösungen entsprechend umgesetzt und realisiert werden. Erfolgreich umsetzen kann ausschliesslich die Linienorganisation. Verstehen Sie den externen Berater als einen Sparringpartner, der Sie auf Ihrem Weg bis zur Umsetzung begleitet und Ihnen bei der Lösungsfindung prozedural und inhaltlich hilft. Sie und Ihr Projektteam leisten aber einen genauso wichtigen Beitrag, denn niemand kennt Ihre Branche, Ihre Institution und Ihre Mitarbeitenden so gut wie Sie und Ihr Projektteam. Deshalb sind Ihre fachlichen Kenntnisse für den Projekterfolg entscheidend.

Am Schluss einer Konzeptentwicklung erarbeitet der externe Berater mit Ihnen einen Massnahmen- und Umsetzungsplan. Stellen Sie sicher, dass die Termine und Verantwortlichkeiten von den zuständigen Personen und Ihnen selbst konsequent eingehalten werden, damit Sie wirklich etwas bewirken. Bei der Umsetzung ist Ihre Führungskonsequenz gefragt.

Welche Erkenntnisse leiten Sie aus dem Fall «do-it-yourself» ab?

Christian Schepers
Projektleiter