Passende Strukturen von NPO

Herausforderungen und passende Organisation

Aktuelle Lage
Es herrscht ein dauernder Kampf um knapper werdende finanzielle Mittel. Gleichzeitig ändern sich die Bedürfnisse der Anspruchsgruppen. Die Verantwortlichen der NPO müssen Antworten finden, um die Institutionen so auszurichten, dass sie fit für die Zukunft sind. Ein wesentlicher Hebel, um strategische Massnahmen umzusetzen und operative Verbesserungen zu erreichen, liegt oft in der Aufbauorganisation.

Externe Herausforderungen für NPO
Wir beobachten sieben wesentliche Trends (vgl. Abbildung):

  1. Es stehen weniger Ressourcen zur Verfügung. Die Öffentliche Hand spart. Spendengelder nehmen nicht zu, unterliegen ausgeprägten Schwankungen und sind zudem immer härter umkämpft.
  2. Die Nachfrage nach den Leistungen der NPO vor allem im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsbereich nehmen unvermindert zu. Das führt zu mehr Aufgaben.
  3. Sowohl öffentliche als auch private Finanzierer erwarten verstärkt den Nachweis, dass die zur Verfügung gestellten Mittel die gewünschte Wirkung entfalten. Dazu verlangen oder erwarten sie vermehrt Evaluationen.
  4. Ein gesellschaftlicher Trend ist die abnehmende Solidarität. NPO spüren dies in der gesunkenen Bereitschaft für Freiwilligenarbeit und bei der Rekrutierung von geeigneten Personen für Vorstände oder andere strategische Gremien.
  5. Ein prägender Aspekt des Wertewandels ist der Wunsch nach mehr Individualität. Nutzerinnen und Nutzer erwarten speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittene Leistungen. In Politik und Gesellschaft wird der Emanzipation verstärkt Nachdruck verliehen.
  6. Die Öffentliche Hand stellt die bisherige Objektfinanzierung auf subjektorientierte Finanzierung um.
  7. Finanziell attraktive Leistungssegmente sind vermehrtem Wettbewerb ausgesetzt, und zwar auch durch profitorientierte Anbieter.

Die ersten vier genannten Herausforderungen verlangen von den NPO eine höhere Effizienz. Die letztgenannten drei Trends verlangen mehr Kundenorientierung. Gefordert ist, zusammengefasst, Professionalität im betriebswirtschaftlichen Sinn, nicht mehr nur in der Erfüllung des Zwecks der Institution.

Folgen für die Organisation
Sowohl für eine höhere Effizienz als auch für die Kundenorientierung (vgl. Blog vom 17.11.2017) bietet die Gestaltung der Aufbauorganisation wirksame Ansätze. Trotzdem gibt es keine Patentrezepte, die man einfach kopieren könnte. Die Organisation ist kein Selbstzweck. Sie ist als Instrument anzusehen, mit dem die geplanten Ziele der NPO erreicht werden sollen. Folglich ist die künftige strategische Ausrichtung der Ausgangspunkt für eine Anpassung der Organisation. Und diese strategische Ausrichtung ist individuell oder sollte es zumindest sein.

 

Die passende Organisation («Best Fit») hängt also von der individuellen aktuellen Situation der Institution ab (vgl. Abbildung). Die richtige Organisation setzt Impulse für das Verhalten der Mitarbeitenden in der gewünschten Richtung. Weil dieser «Best Fit» nicht einfach aus dem Lehrbuch übernommen werden kann, muss er individuell von innen heraus entwickelt werden.

Verwendete Quellen:
Stöger, R. & Salcher, M. (2006). NPOs erfolgreich führen. Handbuch für Nonprofit-Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Stuttgart: Schäffer-Poeschel.
Vahs, D. (2015). Organisation. Ein Lehr- und Managementbuch. (9., überarbeitete und erweiterte Auflage). Stuttgart: Schäffer-Poeschel.

Marcel Schöni
Betriebsökonom FH